Mundgeruch bei Tieren ist nicht normal!

© Yvonne Thoonsen

Bemerken Sie bei Ihrem Tier Mundgeruch, dann sollten Sie spätestens jetzt einen Tierarzt aufsuchen und eine Kontrolluntersuchung durchführen lassen. Unangenehme Gerüche werden durch Bakterien verursacht, die Futterreste in Plaque umwandeln sowie durch defekte infizierte Zähne bzw. durch Zahnfleischentzündungen etc. Im Prinzip der gleiche Prozess wie bei Menschen. Die Plaque ist am Anfang noch weich und kann weggeputzt werden. Etwas, was Sie selbst mindestens einmal täglich auch tun. Wird die weiche Plaque nicht entfernt, dann mineralisiert Sie aus und bildet innerhalb kürzester Zeit festen Zahnstein. Mit kürzester Zeit sind damit Stunden/Tage und nicht Monate und Jahre gemeint. Aus diesem Grund weisen nach aktuellen Zahlen ca. 80% der Hunde bereits ab dem 2-3 Lebensjahr größere Mengen Zahnstein auf, die anfangs eine leichte Zahnfleischentzündung verursachen, jedoch im Folgenden schnell zu einer Parodontitis (Entzündung des gesamten Zahnhalteapparates inkl. Kieferknochen) führen.

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Ist der Zahnhalteapparat erst einmal geschädigt, ist dies nicht mehr rückgängig zu machen. Ab dann kann und muss wenigstens der Status quo der noch erhaltungs-würdigen Zähne erhalten werden. Eine professionelle Zahnreinigung und auch die Extraktion unrettbarer Zähne ist – unabhängig vom Alter – unbedingt erforderlich. Dauerhafte Entzündungen sind ein gesamtgesundheitliches Problem.

Bakterien können insbesondere über die Blutbahn im ganzen Körper verteilt werden. Sie führen dann nicht selten zu Herzbeutelentzündungen oder irreversiblen Herzklappendefekten, zu Abszessen z. B. in Leber und Niere bzw. zu Entzündungen in diesen Organen. Ein Zusammenhang, der bei Katzen so oft auftretenden Niereninsuffizienz, mit der bei Katzen regelmäßig vorhandenen katastrophalen Mundsituation, ist nicht von der Hand zu weisen. Neben regelmäßiger Zahnkontrollen ist einmaliges, tägliches Zähneputzen der einzige und wirkungsvollste Schutz. Als Welpe spielerisch bereits erlernt, bleibt es auch beim älteren Tier ein “Kinderspiel”. Zähne putzen lassen lernen ist wichtiger und lebensnotwendiger als Sitz und Platz. Selbst beim älteren Tier lohnt sich Zähne putzen noch. Auch diese kann man daran langsam gewöhnen, so dass nach einer erfolgten Sanierung der Mundhöhle der dann erreichte Zustand erhalten werden kann. Dass Ihr Tier noch scheinbar unbeeinträchtigt frisst, ist kein Indiz für eine gute Zahngesundheit. Wenn Tiere das Fressen wegen Zahnschmerzen einstellen, dann haben diese ein für Sie als Mensch schier unvorstellbaren Level erreicht. Das heißt, dass Tiere auch noch mit starken Zahnschmerzen fressen. In der Natur würde die Einstellung der Nahrungsaufnahme den Tod bedeuten. Tiere fressen also solange sie Schmerzen noch irgendwie ertragen können und ihre Leidensfähigkeit ist der unseren weit überlegen.

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Tiere „zwangsweise“ mit Zahnschmerzen leben zu lassen, stellt definitv eine Tierquälerei dar und ist absolut Tierschutzrelevant. Alter ist kein Grund eine dringend erforderliche Zahnsanierung nicht durchzuführen. Die moderne Anästhesie erlaubt selbst bei sehr alten Tieren die Durchführung von Narkosen mit relativ geringem Risiko. Man muss lediglich mit einem erhöhten Kostenaufwand für eine an geriatrische Bedürfnisse angepasstes Narkoseregime einplanen.

Also bitte achten Sie unbedingt auf die Zahngesundheit Ihres geliebten Vierbeiners und ermöglichen ihm ein möglichst schmerzfreies, langes und gesundes Leben.